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Homosexualität, die – „auf das gleiche Geschlecht gerichtetes romantisches oder sexuelles Empfinden, Verhalten.“

Oft werde ich gefragt, ob man als junger homosexueller Mann außerhalb des Internets überhaupt andere Gleichgesinnte kennen lernen kann. Ob man in meiner Situation eigentlich Ansprüche an das Gegenüber stellen darf, weil man ja offensichtlich zu einer Minderheit gehört und sich glücklich schätzen müsse, irgendjemanden zu finden.
Womöglich sind diese Fragen darauf zurückzuführen, dass sie aus anderen Regionen Deutschlands stammen. Allerdings sieht die homosexuelle Realität in der deutschen Hauptstadt ganz anders aus. 

In Berlin leben ungefähr 300.000 schwule Männer. Damit könnte man 18 ausverkaufte Konzerte in der Mercedes-Benz-Arena füllen oder einen Autokorso mit 5.000 voll besetzten Stadtbussen veranstalten. Angenommen in eine große Badewanne passen zwei Personen – Gegenüberstellungen mit Badewannen sind heutzutage immer Teil von dramatischen Vergleichen – die Berliner Schwulen würden 150.000 solcher Wannen entsprechen.
Das sind knapp dreimal so viele Menschen als meine Heimatstadt Einwohner hat.
Ich glaube die Aussage ist klar geworden. Die Auswahl ist riesig, wenn auch tatsächlich nicht ganz so groß, wie für meine heterosexuellen Mitmenschen. Eingeschränkt habe ich mich dadurch aber bis jetzt noch nie gefühlt.
Viele haben offenbar eine veraltete Einschätzung des homosexuellen Lebens. Sie denken, dass sich der Großteil davon im Untergrund abspielt, dass man sich in getarnten Clubs oder speziell ausgeschilderten Kneipen treffen muss, um sich unter Gleichgesinnte mischen zu können.
Ja, tatsächlich solche Orte und Einrichtungen gibt es in der deutschen Hauptstadt und das ist auch gut so, denn es ist am einfachsten jemanden für was auch immer zu finden, wenn man sich über deren Sexualität bewusst ist. Allerdings ist die Homosexualität längst im Alltag und vor allem auf der Straße der Hauptstadt angekommen.

Als ich an einem Freitag Abend in einer überfüllten Bar über den Dächern West Berlins saß und beobachtete, wie eine Frau einer anderen in den Armen lag und sich am anderen Ende des Raumes zwei Männer küssten, fragte ich mich: Warum ist es für viele Menschen immer noch so schwierig Liebe in all ihren Facetten zu akzeptieren? Sollte es nicht am wichtigsten sein, dass Menschen ihr Glück leben können?

Mir wird klar – Berlin ist ein Zufluchtsort, eine Insel.
Die Offenheit und Toleranz die wir in dieser Stadt erleben dürfen ist leider nicht überall üblich. Viele homosexuelle Menschen haben es immer noch um einiges schwerer, müssen sich Anfeindungen aussetzen und um Gleichberechtigung kämpfen. Diese Tatsache sollten wir – damit mein ich uns Großstadtmenschen – in unserem bunten Alltag nicht vergessen.
Wir haben die besten Voraussetzungen, um offen mit unserer Sexualität umzugehen, um stolz zu sein und damit andere zu inspirieren. Also füllt die Straßen mit Liebe!

Paul


homosexuality – „romantic or sexual attraction between members of the same sex or gender.“

Being a young homosexual man I often get asked whether you can find like-minded people outside of the internet. Whether it is approved to even have standards in dating because you’re obviously part of a minority and should be thankful for finding someone at all.
Maybe these questions can be explained by tracing them back to other regions of Germany. However, the homosexual reality in Berlin looks a lot different.

There are approximately 300.000 homosexual men living in the city of Berlin. You could fill 18 sold-out concerts in Mercedes-Benz-Arena or even host a parade of vehicles with 5.000 city busses. If you assume that two people fit in a bathtub – nowadays comparisons including bathtubs are mostly part of dramatic analogies – the homosexual men of Berlin would correspond to 150.000 bathtubs. That are nearly three times as much people as inhabitants of my hometown.
I think the message is clear. There is a huge variety even if it isn’t as huge as for all of my heterosexual fellow men but I didn’t feel limited once.

Apparently many people have an old-fashioned estimation of the homosexual life. They think that the majority of it takes place in the underground, that you have to meet in camouflaged clubs or especially signposted bars to meet with others. In fact, there are places like that in the capitol of Germany and that is great because it definitely is easier to find someone for whatever when you’re sure about their sexuality. Homosexuality has already arrived in daily life and on Berlin streets though.

As I sat in an overcrowded bar over the rooftops of Western Berlin I witnessed a woman lying in another ones arms while two men were kissing at the opposite end of the room. I asked myself: Why is it still so hard for many people to accept love in all its‘ variations? Shouldn’t it be most important for people to be able to live their joy?

I start to realize – Berlin is a shelter, an island.
The open-mindedness and tolerance that we are able to experience in this city is sadly not conventional. Many homosexual people are still exposed to hostility and have to fight for equality. We – I’m speaking about us living in the big city – shouldn’t forget about that fact in our colorful daily life.
We have the best conditions to live out our sexuality, to be proud and to inspire others. So fill the streets with love!

Paul


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