„Singleminiert“

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Sei es auf Partys, im Kino oder im Café, immer öfter fällt mir auf, dass sich das Publikum in zwei Arten unterscheiden lässt – Singles und Paare. Während sich das junge Pärchen in der Kneipe in eine ruhige Ecke verkuschelt, beobachte ich offensichtlich betrunkene Alleinstehende an der Bar. Diese Trennung findet auch unterbewusst im Alltag statt, denn es herrschen beiderseits Vorurteile. Während die Einen zu viel Spaß haben, haben die Anderen angeblich zu wenig. 

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Auf dem Laufsteg

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Der Berliner Himmel zeigt sich in der letzten Zeit einseitig. Nämlich grau. Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen ähnelt dem am Nachmittag, bevor es dann auch schnell wieder dunkel wird. Regen, Wind und Schnee stehen an der Tagesordnung. Als ich heute einen Spaziergang über den Kudamm unternehme, fällt mir auf, dass gerade diese Zeit im Jahr für Singles, wie mich, schwierig ist. Verliebte Paare sind auf einmal überall. Sie sind scheinbar wie schöne Schuhe im Schaufenster am Ende des Monats, wenn das Konto bereits ausgeschöpft ist. Sie ziehen alle Blicke auf sich, man bleibt stehen, starrt sie an aber weiß genau, dass man sie diesmal nicht kaufen wird.

On/Off

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Facebook, Instagram, Snapchat und Tinder. Sei es der letzte Urlaub, wilde Partynächte, unser Alltag oder sogar unsere Sexualität. In der heutigen Zeit geben wir nahezu alles von uns im Internet preis. Dabei sind wir vor allem eins, immer online. Das bedeutet auch immer erreichbar zu sein, denn sobald das Smartphone klingelt, wir eine neue Nachricht bekommen oder jemandem eines unserer Fotos gefällt, schauen wir auf das Display. Aber eben nicht nur dann, wir antworten, überprüfen blaue Haken, wischen aus Langeweile durch Webseiten oder informieren uns rund um die Uhr. Dass wir deshalb vieles um uns herum nicht mehr wahrnehmen, realisieren wir meist überhaupt nicht.

Hometown Glory

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Weihnachten. Wie die meisten Menschen, zieht es auch mich an den Feiertagen in die Heimat, um diese Zeit mit der Familie zu verbringen. Die letzten Vorbereitungen laufen, kurzfristig werden noch Geschenke gekauft, das Menü geplant, oder die letzten Arbeitstage mühselig zu Ende gebracht. Das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu, für mich liegt in dieser Zeit immer ein sentimentaler Beigeschmack in der Luft. Als ich heute alleine – ich konnte meinen Alltag in Berlin zurücklassen, hier läuft er allerdings weiter – durch meine Heimatstadt laufe, sehe ich viele bekannte Häuser, Parks und Geschäfte. Erinnerungen werden wach. Erinnerungen, die sich teilweise nicht mehr in der Realität wiederfinden lassen, denn ich bemerke mindestens genauso viele neue Gebäude, geschlossene und neue Läden, andere Menschen und andere Gesprächsthemen.

Der erste Schnee

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Die Temperatur geht gegen den Nullpunkt, die kahlen Äste der Bäume am Straßenrand neigen sich ruhig im kalten Wind, gegenüber von meinem Küchenfenster beobachte ich eine Taube, die sich, schutzsuchend, im Efeu vergräbt. Es ist soweit, der Herbst neigt sich langsam dem Ende zu.